… sind bei der 12-jährigen Jana*, nach Angaben der Mutter, seit einem AUSWEGE-Therapiecamp sämtliche Beschwerden, die dem Mädchen viele Jahre lang zu schaffen gemacht hatten: ständige Kopf- und Bauchschmerzen, Migräne, Übelkeit, Husten, Neurodermitis. Zuvor bedrückt und teilnahmslos, wirkte Jana dort plötzlich gelöst, unbeschwert, lebensfroh, engagiert. All ihre Symptome hatten offenbar einen familiären Hintergrund, den zuvor kein Arzt berücksichtigte – während der Camptage wurde er aufgearbeitet. „Jana hätte kein Problem, wenn ihre Eltern keines hätten“, befand ein Mitglied des AUSWEGE-Therapeutenteams: Fünf Jahre zuvor hatten sich diese im Streit getrennt; während Janas große Geschwister beim Vater blieben, zog sie zu ihrer Mutter. Wieder einmal bestätigte sich: Ein psychisch belastetes Kind zu heilen, setzt fast immer voraus, dass sein primäres soziales Bezugssystem heil wird. „Die familiäre Umgebung ist der erste Spiegel, in dem sich ein Kind erkennt“, sagt Virginia Satir, Pionierin der Familientherapie. „Wenn Eltern sich versöhnen, atmen die Kinder auf“, so befand Bert Hellinger, Begründer der Familienaufstellung. Das Symptom des Kindes verrät, was im System nicht stimmt.