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Schadstoffe in Verpackungen


Aus Kunststoffen und Kartons treten jede Menge Schadstoffe aus

„Clean Eating“ liegt im Trend, und so achten immer mehr Verbraucher auf Nährwert und Schadstoffbelastung, Produktion und Herkunft ihrer Lebensmittel. Deren Verpackung hinterfragen sie seltener. Dabei kann gerade von ihr eine erhebliche Gefahr ausgehen.

Aus Kunststoffen und Kartons treten jede Menge Schadstoffe aus: Bis zu 100.000 verschiedene Substanzen, so schätzt der Verpackungsanalytiker Dr. Konrad Grob vom Kantonalen Labor Zürich, gehen in umhüllte Lebensmittel über – „in toxikologisch relevanten Mengen“. Die meisten dieser Stoffe wurden bislang nicht einmal identifiziert, geschweige denn auf ihre Unbedenklichkeit hin überprüft; was sie in uns anrichten, ist größtenteils unbekannt. Wir essen sie mit, in unseren Organen reichern sie sich an, auf die Dauer werden sie zu tickenden biologischen Zeitbomben. In unserem Essen stecken inzwischen hundert Mal mehr Chemierückstände aus Verpackungen als aus Pflanzenschutzmitteln – wem wird da nicht mulmig zumute?

Nicht nur aus kontaminiertem Trinkwasser und Lebensmitteln, aus Kosmetika, Medikamenten und Impfstoffen, auch aus Geschirr und Verpackungen nehmen wir das hochgiftige Aluminium auf. Es entweicht aus Getränke- und Konservendosen, aus Verschlüssen von Glasflaschen, aus Tetra Paks, aus Verpackungen von Fertiggerichten, aus Folien – vor allem, wenn der Inhalt Säuren, Salze oder Laugen einschließt, denn diese lösen das Aluminium heraus. Das Leichtmetall kann das Nervensystem schädigen, die Fruchtbarkeit mindern, die Knochenentwicklung beeinträchtigen, Krebs wahrscheinlicher machen. Es gefährdet Ungeborene. In den Gehirnen von Demenz- und Alzheimer-Patienten findet es sich gehäuft.

So gut wie jede Lebensmittelverpackung aus Kunststoff enthält chemische Weichmacher, die spröde Materialien soft und elastisch machen. In Beschichtungen von Konservendosen, Getränke- und Gefrierbehältern, wie auch in Mikrowellengeschirr, steckt zumeist Bisphenol A (BPA). Zahlreiche Studien wiesen Zusammenhänge zwischen erhöhten BPA-Werten und Herzerkrankungen, Diabetes, Brust- und Prostatakrebs nach. Schon in winzigen Mengen greift Bisphenol A in unseren Hormonhaushalt ein. Als Forscher der University of Michigan Urinproben von 190 Männern mit Zeugungsproblemen analysierten, fanden sie bei 90 Prozent BPA. Je höher die BPA-Konzentration war, desto weniger Samen produzierten sie, und desto häufiger war die DNA der Spermien geschädigt, ihre Beweglichkeit vermindert. Bei Ungeborenen und Säuglingen kann BPA die Reifung des Gehirns beeinträchtigen, dauerhaft und unumkehrbar. Auch beeinflusst es offenbar das Verhalten von Kindern. Als spanische Mediziner die BPA-Konzentration im Urin von 300 Neun- bis Elfjährigen untersuchten, stellten sie fest: Je höher die BPA-Werte, desto wahrscheinlicher traten aggressives Verhalten, Aufmerksamkeits- und Angststörungen, Hyperaktivität und Depressionen auf. Den üblichen Diskussionsstand brachten 2015 die Autoren der TV-Doku „Hauptsache haltbar“1 auf den Punkt: „14 Studien hat die Industrie in Auftrag gegeben. Ergebnis: BPA ist unbedenklich. Dagegen stehen 153 öffentlich finanzierte Studien mit dem Hinweis: BPA ist gesundheitsschädlich.“

Weitere brandgefährliche Weichmacher, die Phthalate, stecken unter anderem in Dichtungen und Deckeln von Marmelade- und Pestogläsern, in Bratschläuchen, in Tuben für Senf und Mayonnaise, in PVC-Folien für Schnittkäse, Wurst und Frischfleisch. Besonders phthalatbelastet sind viele öl- und fetthaltige Lebensmittel; bei 74 von 300 untersuchten Stichproben überschritt die Phthalat-Konzentration die EU-Grenzwerte. Oder sie enthielten bereits verbotene Varianten wie das fortpflanzungsgefährdende DEHP, wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 2011 feststellte. Im Blut und Urin beinahe jedes Menschen sind diese Gifte inzwischen nachweisbar. Sie schwächen das Immunsystem, fördern Übergewicht und Diabetes, schädigen die Leber, begünstigen Krebserkrankungen. Aufgrund ihrer östrogenähnlichen Struktur greifen sie ins Hormonsystem ein. Sie beeinträchtigen die Fortpflanzungsfähigkeit, wie auch die Entwicklung des Gehirns und der Geschlechtsorgane bei Ungeborenen und Kindern.

Wie üblich reagierten die Hersteller erst nach jahrelangem Dementieren, Hinhalten und Abwiegeln auf wachsenden öffentlichen Druck und drohende Verbote: Besonders umstrittene Substanzen ersetzten sie durch neue, wie DEHA und DINP (Di-isononylphthalat). Deren Unbedenklichkeit ist zwar nicht minder fraglich. Aus Herstellersicht macht das aber überhaupt nichts: Ehe sich negative Studien häufen und begründete Bedenken abermals überhand nehmen, können die Geschäfte viele weitere Jahre ungestört weiterlaufen.

Getränkeflaschen aus Kunststoff sind leichter und bruchfest, bestehen zumeist aber aus PET (Polyethylenterephthalat). Daraus geht Acetaldehyd in die Flüssigkeit über, das unter anderem zu einer Leberzirrhose führen kann, wie auch das krebserregende Antimontrioxid. In noch höheren Konzentrationen geben erhitzte PET-Schalen von Fertiggerichten diese Schadstoffe ab.

Kartons und Tüten aus recyceltem Papier enthalten Mineralöle aus Druckfarben, neben bis zu 250 weiteren gesundheitsgefährdenden Chemikalien. Am Pranger von Verbraucherschützern stehen zwei Arten: Gesättigte Mineralöle (MOSH) lagern sich in der Leber, der Milz, den Herzklappen und den Lymphknoten ab, die sie auf Dauer schädigen; sogar Muttermilch ist neuerdings mit MOSH belastet. Aromatische Mineralöle (MOAH) stehen in dringendem Verdacht, das Erbgut zu verändern und Krebs zu erregen. Die Stiftung Warentest fand sie im Jahre 2012 in der Schokolade von 24 Adventskalendern. Drei Jahre später ließ die Verbraucherschutzorganisation foodwatch 119 in Kartons verpackte Lebensmittel analysieren; 43 Prozent davon waren mit MAOH verunreinigt, obwohl sie erst zwei bis drei Monate alt waren, noch weit entfernt vom Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Wie Ärzte der Landeskrankenhäuser Bregenz und Innsbruck schätzen, trägt inzwischen jeder von uns schon 1 bis 10 Gramm Mineralölrückstände in sich.

Weshalb weichen Kartons mit Pizza, Papierhüllen mit Hamburgern nicht auf? Sie wurden mit Perfluorchemikalien beschichtet, die Fett und Wasser abweisen. Diese Stoffe können FTOH (Fluortelomer-Alkohole) enthalten, die sich in mehreren Studien als kritisch erwiesen haben. Unter anderem schädigen sie die Leber, beeinträchtigen die Fortpflanzung, sind tumorfördernd und beeinflussen das Hormonsystem. Zudem werden sie mit Entwicklungs- und Immunstörungen in Zusammenhang gebracht.2

Auswege? Zumindest ein paar. Wenn Ihnen ein Supermarkt die Wahl zwischen offener und verpackter Ware lässt: Bringen Sie durch Ihr Kaufverhalten zum Ausdruck, womit Sie nicht einverstanden sind. Packen Sie folierte Lebensmittel nach dem Einkauf zuhause gleich um – in Gefäße aus Glas, Keramik oder Edelstahl, oder in weiße, unrecycelte Kartons. Verwenden Sie keine Behälter mit kunststoffbeschichteten Innenverkleidungen oder Verschlüssen. Kaufen Sie nicht öfter als nötig auf Vorrat ein – bevorzugen Sie frische regionale Produkte, die Sie gleich zubereiten

Anmerkungen:

1 http://programm.ard.de/?sendung=2800714946113480
2 H. Nilsson: „Biotransformation of fluorotelomer compound to perfluorocarboxylates in humans, Environment International 51/2013, S. 8-12.

Lesetipps:

https://www.foodwatch.org/de/
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/schadstoffe-in-verpackungen-ia.html
http://www.news.de/gesundheit/855596237/giftige-lebensmittel-verpackungen-bisphenol-a-weichmacher-krebs-original-unverpackt-ichnehmsohne/1/
https://www.epochtimes.de/genial/wissen-genial/wie-schaedlich-sind-plastik-und-kunststoffverpackungen-teil-1-polyethylen-pet-a2276861.html

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