Guter Schlaf

Mangelnde Schlafqualität kann unserer Gesundheit massiv schaden. Auf die Dauer macht sie chronisch krank.

Guter SchlafJemanden „unermüdlich“ zu nennen, macht ihm ein hohles Kompliment. Denn schlafen muss jeder. Sollten wir das bedauern? Ist der Schlaf ein lästiger Zeiträuber, der uns gemeinerweise ein rundes Drittel unserer Lebenszeit stiehlt – indem er uns zwingt, täglich im Schnitt sieben bis acht Stunden lang untätig mit geschlossenen Augen herumzuliegen, wo es doch noch so viel zu erledigen und zu erleben gäbe?

Wer derart jammert, hat offenkundig ein Jahrhundert Schlafforschung verschlafen. Längst steht fest: Schlaf ist lebensnotwendig – er verschafft uns Erholung. In den Tiefschlafphasen steht die körperliche Regeneration im Vordergrund. In den REM-Phasen, während derer unsere Augäpfel hinter geschlossenen Lidern wild hin- und herrollen (REM = rapid eye movement), räumen wir in unserer Psyche auf: verarbeiten Erlebnisse und Wahrnehmungen, Empfindungen und Gefühle.

Doch diese Erholungsfunktion kommt bei immer mehr Menschen zu kurz. Wechselschicht, Straßenlärm, das Handy im Dauerbetrieb auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen: Jeder dritte Deutsche schläft regelmäßig zu kurz – weniger als die empfohlenen mindestens sechs Stunden – und schlecht. Am stärksten betroffen sind Berufstätige mit Schichtdiensten oder unregelmäßigen Arbeitszeiten, sogenannte „Flexbeschäftigte“. 17 Prozent aller Deutschen schlafen nach eigenen Angaben weniger als fünf Stunden pro Nacht, sieben Prozent sogar weniger als vier.

Mangelnde Schlaftiefe, zu geringe Schlafdauer, häufiger Schlafentzug, ein ständig wechselnder Schlafrhythmus beeinträchtigen das Wohlbefinden massiv. Nach einer neuen Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) machen 54 Prozent aller Menschen mit Schlafproblemen Muskelverspannungen und Rückenschmerzen zu schaffen – bei jenen, die gut schlafen, liegt dieser Anteil nur bei 35 Prozent. Ebenfalls deutlich häufiger sind sie erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu 9 Prozent) und niedergeschlagen (21 zu 6 Prozent), sie klagen über Konzentrationsschwäche. Über kurz oder lang beschwört gestörte Nachtruhe zuverlässig chronische Krankheiten herauf. Zahlreichen Studien zufolge verkürzt sie die durchschnittliche Lebenserwartung um sieben Jahre, verzehnfachen das Krebsrisiko; sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Magenbeschwerden, Übergewicht, Bluthochdruck, Arteriosklerose CFS,  Burn-out und Depressionen zu erkranken, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Als schwerwiegendsten Störfaktor ermittelte die TK-Studie Jobstress – er liegt bei vier von zehn Schlafgestörten vor. Es folgen private Probleme (28 Prozent) und schon bestehende gesundheitliche Beschwerden (22 Prozent).Entsprechend wichtig für eine gesunde Lebensweise ist gewissenhafte Schlafhygiene. Sie achtet auf eine dunkle Umgebung – vermeidet „Lichtverschmutzung“ -, auf Stille, auf niedrige Raumtemperatur, auf gute Belüftung, auf eine hochwertige Unterlage, wie auch auf eine schlaffördernde Ernährung. (Zuviele Kohlenhydrate zum Abendessen, wie auch Alkohol und eine allzu wärmende Bettdecke, stören die Tiefschlafphasen, weil sie das Abkühlen des Körpers verhindern.)Was zeichnet guten Schlaf aus? Nachdem die US-amerikanische „Sleep Foundation“ 227 Schlafstudien auswertete, nennt sie vier Kriterien: Man schläft mehr als vier Fünftel der Zeit, die man im Bett verbringt; um einzuschlafen, benötigt man höchstens eine halbe Stunde; man wacht höchstens einmal in der Nacht auf; das Wiedereinschlafen dauert nicht länger als 20 Minuten.

Und wenn das längere Zeit nicht klappt? Synthetische Schlafmittel aus der Apotheke sind nebenwirkungsreiche Pseudo-Helfer mit hohem Suchtpotential, die bestenfalls das Symptom lindern, ohne die Ursachen zu beheben – wie überhaupt in der pharmazielastigen Schulmedizin.

Quellen

„Schlaf gut, Deutschland – TK-Schlafstudie 2017“, https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/962472/Datei/91704/TK-Schlafstudie-2017-Studienband.pdf

„National Sleep Foundation's sleep quality recommendations: first report“, Sleep Health 3 (1) 2017, S. 6-19, https://doi.org/10.1016/j.sleh.2016.11.006

F. Dominguez Rodriquez u.a.: „Association of actigraphy-measured sleep parameters and subclinical atherosclerotic burden: the PESA study“, European Heart Journal 39 (Suppl.) 2018, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy565.P2466

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