Weniger Medikamente

„Medicamentum“ nannten die alten Lateiner ein Heilmittel. Dieser Definition folgt die EU: In ihrer Richtlinie 2001/83 vom November 2012 definiert sie Medikamente als „Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die zur Heilung oder zur Verhütung von Krankheiten bestimmt sind“. Demnach muss es sich bei den synthetischen Substanzen, mit denen uns die pharmazeutische Industrie eindeckt, um etwas anderes handeln. Würden sie tatsächlich heilen oder vorbeugen – Big Pharma würde sich damit das eigene Grab schaufeln. Denn an Gesunden gibt es nichts zu verdienen. Diesen Hintergrund sollten wir nie außer acht lassen, wenn wir vor der Entscheidung stehen, ob wir ein Pharmaprodukt einnehmen oder nicht.

Weniger MedikamenteIst doch gar keine Frage: Viele Pharmazeutika lindern Beschwerden zuverlässig, sie retten und verlängern Leben. Ein erheblicher Teil der Präparate, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1977 auf eine regelmäßig aktualisierte „Liste der unentbehrlichen Arzneimittel“ setzt, stehen zurecht dort. Aber wie steht es mit den übrigen 99 Prozent? Wie viele neuen Arzneimittel wirken besser als ihre bewährten, billigeren Vorgänger, besser als pharmafreie, natur- und erfahrungsheilkundliche Alternativen? Wie viele tun es mit akzeptablen Nebenwirkungen, gemessen am erwiesenen Nutzen? Wie viele sind ihren üblicherweise horrenden Preis auch nur annähernd wert?

Jeder Arzneiwirkstoff ist eine giftige Chemikalie, wie der Beipackzettel vor Augen führt. Doch wer liest ihn schon gründlich, wer versteht, überprüft und hinterfragt alle Angaben? Lieber vertraut man dem Arzt, der das Mittel verschreibt. Aber woher weiß er, dass der Nutzen groß, das Schadensrisiko vernachlässigbar ist – vor allem, wenn die Arznei gerade erst auf den Markt kam? Er vertraut den Zulassungsbehörden, die grünes Licht geben; aber das tun sie aufgrund von ein, zwei industriefinanzierten Studien, die fälschungsanfällig sind, keinen Aufschluss über Langzeitschäden geben, über Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Chemikalien, über Folgen für Kinder, Schwangere und Alte, für schwer und mehrfach Erkrankte. Er vertraut dem offiziellen Forschungsstand – doch der blendet eine unbekannte Dunkelziffer von Pharmastudien aus, die Hersteller unter Verschluss halten, weil die Ergebnisse schlecht fürs Geschäft wären. Er vertraut Fachzeitschriften, deren Verlage überwiegend am Pharmatropf hängen. Er vertraut Aus- und Weiterbildern, Referenten bei Kongressen und Tagungen, den Koryphäen seines Fachs (opinion leaders) – doch die meisten stehen als Berater, Vortragsredner, Autoren oder Auftragsforscher auf der Honorarliste von Arzneimittelfirmen. Er vertraut den therapeutischen Leitlinien von Fachgremien, in denen pharmanahe Experten das Sagen haben.

Dieses System trägt mafiöse Züge. Es macht unser Gesundheitswesen zum Spielball organisierter Kriminalität - und missbraucht den Arzt als Dealer, der einer der mächtigsten Industrien unseres Planeten zuarbeiten soll, indem er möglichst viele Bezugsscheine für ihre überteuerten Produkte ausstellt. Big Pharmas Jahresumsätze übersteigen inzwischen die Billionenmarke, rund die Hälfte davon fließt ins Marketing; daraus ergeben sich atemberaubende Druck- und Schmiermittel, um alle wichtigen Player im Gesundheitswesen zu instrumentalisieren, Alternativen in Verruf zu bringen, Kritiker mundtot zu machen. Horrorstatistiken werden heruntergespielt: Nach Herzkrankheiten und Krebs sind Medikamente inzwischen die dritthäufigste Todesursache. Seit der Jahrtausendwende fielen einer Chemotherapie weltweit 18,3 Millionen Menschen zum Opfer, Psychopharmaka über neun Millionen, Opioiden zwei Millionen. In der EU sterben jährlich 200.000, in den USA 100.000 an Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die sie wie verordnet eingenommen haben

Ein illusionslos nüchterner Blick auf diese haarsträubenden Verhältnisse erfordert, unser Gesundheitswesen aus einer Perspektive zu betrachten, die Patienten eher fremd ist. In ihren Augen handelt es sich um ein Versorgungssystem, das dazu dient, ihre Beschwerden zu lindern, ihre verlorene Gesundheit wiederherzustellen. Aus Sicht der Industrie hingegen ist es ein Absatzmarkt wie jeder andere. Auf ihm gilt es, möglichst viele Konsumenten zu gewinnen und bei der Stange zu halten, neue Zielgruppen zu gewinnen, möglichst hohe Umsätze und Gewinne zu erwirtschaften. Arzneimittel unterscheiden sich insofern nicht grundsätzlich von Lippenstiften und Duschgels, Fruchtjoghurts und Slipeinlagen, Waschmitteln und Autos. Welcher Produzent räumt denn freimütig ein, dass seine Waren erheblichen Schaden anrichten, wenn er zuvor Unsummen in ihre Entwicklung investiert hat?

Dass Medikamentenhersteller uns tatsächlich heilen wollen, liegt ungefähr so nahe wie die Vermutung, die Drogenmafia träume von einer suchtfreien Gesellschaft. An Gesunden gibt es nichts zu verdienen. An Toten ebensowenig. Lukrativ sind die dazwischen: die chronisch Kranken. Je mehr es davon gibt, je länger sie betroffen sind, desto eher sichern sie Renditen, Aktienkurse und Boni. Was folgt daraus logisch über das wahre, oberste Ziel der Pharmaindustrie? Über Ärzte, die ihr Beihilfe leisten? Über einen Staat, der sie gewähren lässt? Über Medien, die dazu schweigen? Und über Patienten, die mitspielen?

Die beste Medizin wäre eine, die uns so wirksam vorbeugen hilft, dass wir uns erst gar keine synthetische Chemie einverleiben müssen. Warum gibt es sie nicht? Weil sie wirtschaftsfeindlich Wachstum und Arbeitsplätze, Börsenwerte und Managergehälter einer Schlüsselindustrie gefährden würde – wie auch den Profit aller, die mit ihr gemeinsame Sache machen.

Auswege-Lösung

• Ehe Sie zu einem Medikament greifen: Erkundigen Sie sich immer nach chemiefreien Alternativen. Die Natur- und Erfahrungsheilkunde bietet sie reichlich. (Eine Ernährungsumstellung könnte Ihnen beispielsweise Blutdruck- und Cholesterinsenker ersparen, eine Akupunktur Schmerzmittel, ein „Mind & Soul Camp“ der Stiftung Auswege Psychopharmaka.)
• Ehe Sie einen Arzt konsultieren: Versuchen Sie herauszufinden, ob er mit der Pharmaindustrie verbandelt ist, von ihr Geld oder andere Vergünstigungen erhält. (Hinweise liefert u.a. die Datenbank „Euros für Ärzte“.) Pharmaunabhängige Ärzte haben sich im gemeinnützigen Verein "Mezis" zusammengeschlossen ("Mein Essen zahl´ ich selbst").
• Ehe Sie ein Rezept annehmen und einlösen: Vergewissern Sie sich, ob Ihr Arzt und Apotheker, den Beipackzettel des betreffenden Präparats vollständig und gründlich gelesen hat. Das ist selten der Fall.
• Machen Sie sich klar, dass es für die meisten Medikamente keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gibt, was sie langfristig anrichten, zumal im Zusammenspiel mit vielerlei weiteren einverleibten Chemikalien.
• Lassen Sie sich nicht dazu überreden, zu einem brandneuen Medikament zu wechseln, solange sie mit dem bewährten Vorgängerpräparat zufrieden sind. Viele üblen Nebenwirkungen und Langzeitschäden, die eine vermeintliche „Innovation“ anrichtet, zeigen sich erst nach Markteinführung.
• Vergessen Sie nie, dass es sich aus unternehmerischer Sicht auch bei Medikamenten um Waren handelt, die profitorientiert vermarktet werden. Hersteller wollen daran verdienen. Daher haben sie starke Motive, Ihnen zuviel zu versprechen, Ihnen alles zu verschweigen, was Sie vom Konsum abhalten könnte – und Sie als Kunden möglichst lange bei der Stange zu halten. Ihre vollständige Genesung wäre geschäftsschädigend.
• Nehmen Sie sich ein Beispiel an Menschen, die dem gleichen gesundheitlichen Problem nichtmedikamentös beigekommen sind – und ohne Pharmazie bei bester Gesundheit ein hohes Alter erreicht haben.
• Besuchen Sie ein Therapiecamp der Stiftung Auswege. Mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit werden Sie dort am eigenen Leib erfahren, wie viel sich in erstaunlich kurzer Zeit gegen die unterschiedlichsten chronischen Leiden ausrichten lässt – ohne Chemie.

Lesetipps:

Marcia Angell: Der Pharma-Bluff – Wie innovativ die Pillenindustrie wirklich ist, Bonn/Bad Homburg 2005.
Peter C. Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert, 2. Aufl. München 2015.
Markus Grill: Kranke Geschäfte: Wie die Pharmaindustrie uns manipuliert, Reinbek b. Hamburg 2007.
Pharma Death Clock, http://pharmadeathclock.com/
John Virapen: Nebenwirkung Tod – Korruption in der Pharma-Industrie, Mazaruni Publishing 2008.
Hans Weiss: Korrupte Medizin - Ärzte als Komplizen der Konzerne, Köln 2008
Frank Wittig: Die weiße Mafia. Wie Ärzte und Pharmaindustrie unsere Gesundheit aufs Spiel setzen, München 2015.
Harald Wiesendanger: Teufelszeug - Warum wir von Psychopharmaka fast immer die Finger lassen sollten,, Schönbrunn 2017.
Peter Yoda: Ein medizinischer Insider packt aus, Kernen 2008, ib. S. 123-142 („Timothys Story“)

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