Sommercamp 2012

"Eine der schönsten Wochen unseres Lebens" –
Heilwerden in "egofreier Zone"

AUSWEGE Sommercamp 2012Das achte Therapiecamp der Stiftung AUSWEGE, das am vergangenen Wochenende in Oberkirch/Schwarzwald zu Ende ging, erwies sich als eines der bisher erfolgreichsten. Obwohl es diesmal nur sechs statt der üblichen neun Tage dauerte, machten ausnahmslos alle teilnehmenden 13 Patienten (sieben chronisch kranke und behinderte Kinder, sechs Erwachsene) dank unkonventioneller Heilweisen – von Geistigem Heilen über Meditation, Akupressur und Gesprächstherapie bis hin zu Shiatsu und Klangtherapie - Fortschritte wie zuvor seit Monaten und Jahren nicht. Dies ergibt sich aus den Einschätzung der Betroffenen selbst bzw. ihrer mitgereisten Angehörigen. (Das Foto rechts zeigt rund die Hälfte der Teilnehmer kurz vor dem offiziellen Abschied).

"Unsere Bilanz ist schon fast zu gut", äußerte ein Teammitglied bei der Schlussbesprechung. "Hätten wir nicht etwas weniger erfolgreich sein sollen? Welcher Außenstehende wird uns glauben, wieviel wir hier erreicht haben?" Zumindest die kleinen und großen Patienten, die sich uns anvertrauten, glauben dies nicht nur – sie wissen es aus eigener Erfahrung:

AUSWEGE Sommercamp 2012Unser jüngstes Sorgenkind, der 16 Monate alte Paul (auf dem Gruppenfoto auf einer Decke liegend), leidet seit seinem sechsten Lebensmonat an einer besonders schwer zu behandelnden Form von Epilepsie, dem West-Syndrom; seither war seine körperliche und geistige Entwicklung weitgehend stehengeblieben. Während des Camps ließen seine Anfälle deutlich nach; nachts schlief er erstmals durch – sieben bis zwölf Stunden am Stück. Zudem "ist er viel aufmerksamer, er ‚erzählt' mehr, wirkt entspannter und gut gelaunt, macht einen wachen Eindruck", wie den Eltern auffiel; wiederholt lächelte er. Verblüfft bemerkten sie, wie der Kleine während der Heilsitzungen seine Therapeutin fixierte und mit ihr lachte. "Wir sind überwältigt! Das war eine der schönsten Wochen unseres Lebens – das ‚Auswege'-Team war phantastisch!"

Der 7jährige Maximilian brachte Epilepsie, Neurodermitis und Hyperaggressivität zu uns ins Camp. Nach zehn Behandlungsterminen "hat seine Aggressivität stark nachgelassen, er wirkt sehr zufrieden und glücklich", konstatieren seine Eltern abschließend. Und "der Hautausschlag im Gesicht ist fast vollständig weg". Hingegen traten die epileptischen Anfälle eher noch häufiger und stärker auf – ein Fall von "Erstverschlimmerung", die kein Grund zu Besorgnis ist, sondern anzeigt, dass die Behandlung anschlug? Die nächsten Wochen werden es zeigen.

AUSWEGE Sommercamp 2012Bewegende Fortschritte machte der schwerstbehinderte, neun Jahre alte Elias (Foto re.), bei dem von Geburt an eine Cerebralparese vorliegt, eine Mehrfachlähmung der Gliedmaßen aufgrund eines Hirnschadens; seine Entwicklung ist stark verzögert, zudem leidet er an Epilepsie. Während des Camps begann er erstmals, Personen sekundenlang aufmerksam zu fixieren und ihren Bewegungen mit seinem Blick zu verfolgen, selbst wenn sie mehrere Meter von ihm entfernt waren. Zum ersten Mal "spielte" er, verbalen Anleitungen folgend: Auf "Eins!" bewegte er den Oberkörper zurück, bei "Zwei!" richtete er sich wieder auf, auf "Drei!" beugte er sich nach vorne. Dabei lächelte er, so als sei er sich seiner Leistung bewusst und stolz darauf. "Das ist enorm", kommentiert seine Mutter: "eine Verknüpfung, das Erkennen eines Wortes oder Lautes im Zusammenhang eines Tuns, aus seiner eigenen Lust, seinem eigenen Wollen heraus." Und zum allerersten Mal sagte er "Mama!", was seine Mutter zu Tränen rührte. "Er beginnt seine Umgebung zu beobachten", stellte sie tief bewegt fest. "Er schaut um sich und denkt dabei. Wenn er ‚spricht', gibt er auffallend andere Laute von sich als früher." Zudem ist Elias "deutlich ruhiger geworden. Wenn er laut wird, möchte er etwas – ich habe einen Willen an ihm entdeckt, er beginnt ‚sein Recht' zu fordern. Das ist mir neu."

Bei Elias´ Epilepsie beobachtete seine Mutter ein Auf und Ab: "An den beiden ersten Camptagen traten nur tagsüber ein bis zwei Anfälle auf, die Nächte waren gut. Am dritten Tag kam es tagsüber zu gar keinem, aber nachts zu einem großen. Von Freitag auf Samstag krampfte Elias häufiger als sonst."

Als bei Ruben (9) Autismus diagnostiziert wurde, war er anderthalb Jahre alt; seither verläuft seine allgemeine Entwicklung stark verzögert. Schon während unseres Augustcamps hatte sich seine Symptomatik leicht gebessert, und diesmal machte er weitere Fortschritte: "Ruben ist ruhiger und ausgeglichener geworden", fasst seine Mutter die Ergebnisse der ersten Oktoberwoche zusammen. "Er ist weniger aggressiv. Häufiger spricht er spontan. Er schläft besser ein. Sein Gangbild und seine Haltung haben sich deutlich gebessert." Bemerkenswert findet sie, dass "Ruben sich jetzt allein die Zähne putzen will. Er nimmt mir die Zahnbürste aus der Hand", was nie zuvor vorgekommen war. Erstaunlich: Ruben ließ Nähe zu, Therapeuten durften ihn am Kopf streicheln; am vorletzten Tag lag er mit einem anderen, ebenfalls autistischen Jungen minutenlang innig umschlungen auf dem Fußboden. Vor Campbeginn hatten Ruben häufig Durchfälle geplagt – während der Behandlungstage "wurde sein Stuhlgang wieder fest", wie die Mutter in ihrem Tagebuch festhielt.

Noch deutlichere Fortschritte machte der zehnjährige Marcel, ebenfalls von Autismus betroffen. Wie seine Mutter, seine Therapeuten, der leitende Camparzt beobachteten, wurde er zunehmend aufmerksamer und konzentrierter, ausgeglichener und verständiger, offener für Sozialkontakte, fürsorglich und regelrecht liebevoll im Umgang mit anderen Kindern. Seine Hyperaktivität und andere Verhaltensauffälligkeiten ließen erheblich nach.

Bei dem elfjährigen Martin waren vor dem Camp täglich ein bis zwei epileptische Anfälle aufgetreten – während der gesamten Woche bei uns im Schwarzwald kam es bloß zu zwei, der letzte ereignete sich am Mittag des dritten Camptags. Und seither? "Es gab keinen einzigen mehr, nicht bis Campende und auch nicht in der ersten Woche danach, bei uns zu Hause", berichtet seine Mutter, "und das, obwohl ich damit begonnen habe, die Antiepileptika zu reduzieren". Im übrigen habe ihrem Jungen diese Woche "noch viel mehr gebracht: Er ist selbstbewusster und offener geworden, er ist auf Andere zugegangen und hat ihnen seine Hilfe angeboten. Überhaupt sieht er ‚freier' aus, er schaut mich mit ganz klaren Augen an, wie ich es vorher nicht gekannt habe."

Bereits zum vierten Mal nahm Joshua, inzwischen 15 Jahre alt, an einem "Auswege"-Camp teil – wegen einer Epilepsie seit dem vierten Lebensjahr, mit der typische Entwicklungsverzögerungen einhergehen. Und erneut zeigten sich während der Campwoche deutliche Fortschritte: Der Junge wirkt klarer, verständiger, selbstständiger, aufgeschlossener, selbstbewusster, unternehmungslustiger, fröhlicher. Häufigkeit und Heftigkeit seiner epileptischen Anfälle ließen deutlich nach, einzelne Tage und Nächte waren vollständig anfallsfrei. Ins Camp hatte er einen Husten mitgebracht - nach der ersten Behandlung war er weg. "Den eingehenden Gesprächen mit dem ‚Auswege'-Team verdanke ich eine neue Sichtweise auf die Einschränkungen meines Sohns", erklärt seine Mutter. "Mir wurde ein Schlüssel für einen neuen Zugang zu ihm geschenkt."

AUSWEGE Sommercamp 2012In der zweiten Camphälfte stieß zu unserem Team ein Ergotherapeut, der einen Großteil der gehandicappten Kinder zu außergewöhnlichen Heilsitzungen ins Hallenbad unserer Waldpension mitnahm (s. Fotos unten). In dem auf 35 Grad erwärmten Pool bot er ihnen "WasserShiatsu", das liebevolles Halten, sanftes Dehnen, Strecken, Massieren und Bewegen einschließt; dabei spielte er ihnen über eine Lautsprecheranlage Originallaute von freilebenden Pottwalen zu - eine Klangtherapie, die sich bei der Arbeit mit autistischen und schwerstbehinderten Kindern seit längerem bewährt. Auch unsere Campkinder genossen sie sichtlich – und profitierten davon.

AUSWEGE Sommercamp 2012Unserem systemischen Ansatz folgend, wurden in allen Fällen auch die mitgereisten Eltern intensiv betreut, psychologisch und pädagogisch beraten, psychotherapeutisch behandelt. Dabei verstanden die meisten, dass sie ihrem entwicklungsverzögerten Kind und sich selbst nichts Gutes tun, wenn sie seine Entwicklung an unerfüllbaren Standards messen und überzogenen Erwartungen aussetzen; sie sollten es nicht über seine Defizite zu definieren, sondern über seine Stärken; sie sollten respektieren, dass es in seiner eigenen Welt glücklich sein kann, ungeachtet seiner Einschränkungen.

AUSWEGE Sommercamp 2012Erstaunlich offen nahmen Eltern Hinweise an, in welchem Maße sie durch Erziehungsfehler, durch Konflikte innerhalb ihrer Partnerschaft, durch kontraproduktive Einstellungen, durch unterschiedliche Auffassungen und Vorgehensweisen im Umgang mit dem verhaltensgestörten Kind dessen Symptomatik mitverursacht und verstärkt haben. Am Ende fühlten sich ausnahmslos alle Eltern persönlich bereichert. "Wir konnten wieder Kraft schöpfen", sagt die Mutter des autistischen Ruben, "und neuen Mut, den begonnenen Weg weiter zu beschreiten." Ähnlich äußert sich die Mama des epilepsiekranken Martin: "Diese Woche hat mir wunderbar gutgetan. Überall herrschte eine einmalige Schwingung. Ich hatte phantastische Gespräche und fühlte mich wie in einer großen Familie."

Und wie erging es unseren erwachsenen Patienten?

Neue Zuversicht, neue Wege, neue Ziele

Jürgen (50) brachte ins Camp eine Motoneuronenerkrankung mit, die zu Muskelabbau und fortschreitenden Lähmungen im Bewegungsapparat führt; bisher sind der linke Arm und das Schulterblatt betroffen. Auf die Heilsitzungen reagierten diese Körperteile mit deutlichen Bewegungen und heftigen Zuckungen; schon am ersten Behandlungstag "hatte ich im tauben Arm erstmals wieder Gefühl", er empfand darin starke Wärme und einen regelrechten "Muskelkater"; gegen Campende spürte er seinen Arm wieder voll und ganz und war imstande, ihn selbstständig zu halten. Er verließ uns voll neuer Zuversicht: "Ich habe mich hier einfach gut gefühlt. Neue Wege! Neue Ziele! Neue Welt!"

AUSWEGE Sommercamp 2012Im Laufe einer langwierigen Krebserkrankung hatte Alexander (42) bereits der linke Unterschenkel amputiert werden müssen. Daraufhin machte er sich auf die Suche nach einem spirituellen Weg und alternativen Heilverfahren. 2008 wurden in beiden Lungen Metastasen festgestellt. Seit Frühjahr 2012 quälen ihn unentwegt heftige Rückenschmerzen. An jedem Camptag bekam er vier Behandlungen, woraufhin er zumindest zeitweilig schmerzfrei wurde, zum ersten Mal seit über einem halben Jahr.

Bei Elke (52) ließen Narbenschmerzen im Unterbauch, infolge zweier Operationen, deutlich nach; Kribbeln, Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Füßen gingen zurück. Noch deutlicher besserte sich ihre psychische Verfassung: Auf einer Skala von -5 ("viel schlechter geworden") über 0 ("unverändert") bis +5 ("viel besser geworden") schätzte sie die Veränderung mit dem Maximalwert +5 ein; ihre chronischen Ängste seien verschwunden, in dieser Hinsicht sei sie "völlig symptomfrei", so notierte Elke abschließend in einen Patienten-Fragebogen. "Ich spüre eine tiefe Dankbarkeit, dass ich lebe und dass es mir gut geht."

Konnten unsere Bemühungen irgendetwas gegen das Plasmozytom ausrichten – einen bösartigen Lymphtumor -, den Ruth (59) seit 2003 in sich trägt? Aufschluss darüber sollen in den nächsten Wochen Blutuntersuchungen geben. Zumindest bei zwei anderen gesundheitlichen Problemen konnten wir ihr schon während der Campwoche helfen: Ruths Bluthochdruck ging zurück, arthrosebedingte Schmerzen im linken Fuß verschwanden schon nach dem ersten Tag. Angesichts der Schicksale, denen Ruth im Camp begegnete, "erfüllen mich Demut und Dankbarkeit für meine gesunden Kinder".

Bei Heidrun (79) hat sich an der chronischen Versteifung ihres rechten Sprunggelenks zwar "im wesentlichen nichts getan", so zieht sie Bilanz, "aber ich glaube, dass sich die Wirkung auf ganzheitliche Weise in den nächsten Wochen zeigen wird". Belastende Ängste ließen deutlich nach: "Meine Zuversicht, mein Glauben, meine Begeisterung sind stark gewachsen in dieser Woche."

Hin und wieder bekamen wir Besuch von einer rund 80jährigen Verwandten des Pensionsinhabers, die nach zwei Bandscheiben-OPs an zunehmenden Schmerzen leidet, trotz Morphium und weiterer Analgetika. Zum ersten Termin erschien sie niedergeschlagen und überaus skeptisch – doch schon vom zweiten Behandlungstag an hellte sich ihre Stimmung deutlich auf: Ihre Schmerzen ließen nach, die Medikamente konnte sie reduzieren.

"Wie nach Hause kommen"

AUSWEGE Sommercamp 2012In abschließenden Stellungnahmen äußerten sich ausnahmslos alle Teilnehmer voll des Lobes über das Campprogramm, die Therapeuten, die Qualität der gebotenen Behandlungen und Beratungen, die Gemeinschaft mit anderen Hilfesuchenden, die Organisation, die idyllische Lage; die meisten möchten nächstes Jahr wiederkommen. "Mich hat das alles sehr tief berührt, was sich in diesem Camp als ‚egofreie Zone' abgespielt hat – dass Menschen das kostenlos machen; und wie diese Tatsache sich auf alles andere auswirkt", schrieb Patientin Heidrun, 79. Ich wünsche AUSWEGE eine weite Verbreitung", "Es ist eine der vielen kleinen Lichtinseln, die einen den momentanen Wahnsinn in der Welt hoffnungsvoller übersehen lässt. Danke." Susanne, die Mutter des epilepsiekranken Joshua und schon zum vierten Mal bei uns zu Gast, erklärt: "Im ‚Auswege'-Camp ankommen, das ist wie nach Hause kommen. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis. Völlig fremde Menschen treffen aufeinander und werden in wenigen Tagen so vertraut miteinander, dass man sich fühlt, als wenn man alle schon ewig kennt. In den Camps bekommt man neue Kraft, neuen Mut, neue Eindrücke und viele Tipps, was einem hilft, in der Zeit danach besser klarzukommen. Eine tolle Erfahrung." Der von fortschreitender Lähmung bedrohte Jürgen (50) schwärmt: "Hier konnte ich ganz ICH sein – ideal für Heilung! Ich fühlte mich hier richtig wohl, wie in einer Familie."

Für ihren ehrenamtlichen Einsatz während der sieben Camptage bedanken wir uns herzlich bei unseren Teammitgliedern. Ein weiteres Dankeschön gilt 35 Heilern aus unserem Therapeuten-Netzwerk, die unsere Bemühungen vor Ort durch geistige Fernbehandlungen unterstützt haben.

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