Eine von der Norwegerin Gerda Boyesen (1922-2005) begründete Form der Körperpsychotherapie (s.u.), die darauf zielt, die aufgrund alter Erfahrungen blockierte Lebensenergie wieder ins Fließen zu bringen.

Dazu werden Berührung, Arbeit mit Bildmaterial und Gespräch eingesetzt.  Der Biodynamik zufolge werden in Muskelverspannungen, im Bindegewebe oder in der Knochenhaut Gefühle “gehalten”, die nicht zum Ausdruck kommen durften; sie sollen gelöst werden, entweder indem sie “ausgedrückt” oder “verdaut” werden. Zum “Ausdrücken” finden häufig Rückführungen statt, bei denen der Klient seine meist frühkindlichen Erfahrungen erneut durchlebt und sie “herauslässt”, z.B. belastende Erinnerungen an Situationen, in denen er sich gegenüber seinen Eltern ohnmächtig fühlte, aus Angst vor Strafe oder dem Wunsch nach Anerkennung seine Impulse unterdrückte. - Den Prozess, “gehaltene” Gefühle zu “verdauen”, bezeichnen Biodynamiker als “Psychoperistaltik”; dabei soll emotionaler Stress durch das Verdauungssystem verarbeitet werden, was der Therapeut durch sanfte Massagebewegungen unterstützt; die “Antwort” des Darms kann er mit einem Stethoskop mitverfolgen. Ziel ist es, neurotische, durch Angst entstandene “Haltemuster” abzubauen, damit das eigene Leben, Handeln und Fühlen wieder vom Fluss der Libido bestimmt werden kann. Dabei setzt Biodynamik auf die Selbstheilungskräfte des Klienten, die sie anregen und unterstützen soll.