Kranke Kinder in der Armutsfalle

Auch in gesundheitlicher Hinsicht leiden Kinder aus armen Verhältnissen mehr als andere, und das in doppelter Hinsicht: Sie erkranken häufiger an Leib und Seele – und haben geringere Chancen, bestmöglich medizinisch versorgt zu werden. Unkonventionelle Heilweisen kommen ihnen kaum je zugute: Krankenkassen verweigern die Kostenübernahme, aus eigener Tasche können Eltern sie sich nicht leisten.

KinderarmutErschütternd, beschämend: 16 Prozent aller Kinder hierzulande, knapp drei Millionen, leben in Armut, schätzt das Kinderhilfswerk UNICEF in seinem Bericht „Zur Lage der Kinder in Deutschland 2010“. Mehr als doppelt so hoch, 38 Prozent, ist die Quote bei Kindern von Alleinerziehenden, der stärksten "Armutsrisikogruppe". Jeder Fünfte, dem es im reichen Deutschland am Nötigsten fehlt, ist jünger als 16 Jahre.

Wie eng soziale Schicht und kindliche Erkrankungen zusammenhängen, belegen inzwischen zahlreiche Studien aus dem In- und Ausland. Unterschichtkinder sind schlechter ernährt, verletzen sich häufiger,
haben mehr Infektionskrankheiten als ihre Altersgenossen in wohlhabenden Familien,
bestätigte 2010 eine Übersichtsarbeit eines internationalen Autorenteams.

Eine Untersuchung zur Beziehung zwischen sozialer Lage und Gesundheitszustand bei Kindern und Jugendlichen, die Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Dr. Andreas Klocke im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der Gesundheitswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld durchgeführt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand, das Wohlbefinden sowie die psychische Gesundheit von Kindern, die in Armut leben, in erschreckendem Maße verschlechtern. Die Wissenschaftler fassen zusammen: "Schon für Kinder gilt die Formel: Armut macht körperlich und seelisch krank."

Als sozial benachteiligt gelten Kinder von Einwanderern, Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern, kinderreichen Familien und Alleinerziehenden; vier von zehn Bundesbürgern, die von Einkommensarmut betroffen sind, kümmern sich ohne Partner um Erziehung und Wohlergehen ihrer Kinder. Beengter Wohnraum und schlechte Ernährung, psychische Instabilität, Alkoholsucht oder Gewaltbereitschaft der Eltern, Ausschluss von gesellschaftlichen Aktivitäten durch fehlendes Geld: das sind häufige Belastungen sozial benachteiligter Kinder. Hinzu kommt häufig ein Mangel an Gesundheitswissen und Fürsorge. In unseren „Sommercamps“ begegnen uns solche Fälle immer wieder, und sie machen uns betroffen.

Gleichzeitig können sich sozial Benachteiligte die Leistungen des Versorgungssystems oft nur schwer erschließen. Von unkonventionellen Behandlungsweisen, für welche Krankenkassen nicht aufkommen, sind sie weitgehend ausgeschlossen – die sogenannte „Alternativmedizin“ ist insofern das Privileg derer, die sie sich leisten können.

Im Rahmen einer europaweit einzigartigen, noch andauernden Langzeitstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS) untersuchte das Robert Koch-Institut (RKI) zwischen 2003 und 2006 rund 17.000 unter 18-jährige. Armut sei das größte Gesundheitsrisiko für Kinder, fasst die Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung des RKI, Bärbel-Maria Kurth, die Ergebnisse zusammen. Bei Kindern aus sozial schwachen Familien zeigen sich demnach häufiger Essstörungen und Übergewicht. Jedes Vierte ist psychisch auffällig. Entwicklungsstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen und psychosomatische Beschwerden wie Bauchweh unklarer Ursache betreffen Kinder aus sozial schwachen Familien überdurchschnittlich häufig. Obwohl sie häufiger erkranken, erhalten sie seltener Arzneimittel als Mittel- und Oberschichtkinder. Die Kosten für Medikamente, die nicht vom Arzt verordnet werden, könnten hierbei eine Rolle spielen: Rund acht Euro pro Monat sieht der Hartz-IV-Regelsatz für die "Gesundheitspflege" eines Kindes vor.

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